JOSEPH BEUYS
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Ausstellung

JOSEPH BEUYS

Dualität von Leben und Sterben
© Joseph Beuys Estate/VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Sammlungspräsentation
Städtische Galerie im Lenbachhaus
End date
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Im Februar 1976 installierte Joseph Beuys (1921-1986) im Münchner Kunstforum das Environment zeige deine Wunde (1974/75). Die Erwerbung der Arbeit für das Lenbachhaus im Jahr 1979 war Gegenstand einer öffentlich geführten Diskussion über den Wert von zeitgenössischer Kunst. Der Ankauf wurde als Provokation, aber auch als ein Aufbruch des Hauses in neue Dimensionen des Sammelns begriffen. Erstmals wurde damit ein bedeutendes Kunstwerk erworben, dessen Autor keinen Lebens- oder Arbeitsschwerpunkt in München hatte. Im Januar 1980 richtete Beuys das Environment im ehemaligen Atelierflügel Franz von Lenbachs ein. Er sagte dazu: "In diesem Konzert der Gegenstände spreche nicht ich, sondern die Dinge haben ihre eigene innere Sprache. Das zu erfassen, kann man niemandem abnehmen." Die Arbeit zeige deine Wunde behandelt das Thema des Todes in eindringlicher Weise. Die Aufforderung des Titels führt den Betrachtenden ihren verwundbaren Punkt, die Endlichkeit ihrer Existenz, vor Augen. Im Mittelpunkt des Environments stehen paarweise angeordnete Leichenbahren, alte Inventarstücke aus der Pathologie. Über den Kopfenden sind trübe Lampen angebracht. Unter den Bahren befinden sich zwei geöffnete, mit Fett gefüllte Blechkästen, darauf je ein Thermometer und Reagenzglas mit einem skelettierten Amselschädel, davor ein mit Gaze abgedecktes Einmachglas. An der Wand lehnen zwei Schepser, Geräte aus dem Voralpenland, die ursprünglich dazu dienten, die Rinde von Bäumen zu entfernen. Zwei weiße Tafeln isolieren diese Werkzeuge von der Wand. Gegenüber stehen zwei doppelzinkige Forken, mit denen Schotter unter Gleisen verdichtet wurde. Die Tuchfetzen stammen noch vom Gebrauch bei Bahnarbeiten. Die Geräte stehen auf kleinen Schiefertafeln, auf die mit den Forken unvollendete Kreisschläge gezeichnet sind. Gerahmt hängen zwei Exemplare der Zeitung La Lotta Continua in der Versandbanderole, adressiert an Beuys. An der Stirnwand befinden sich schließlich zwei Schultafeln, auf die mit Kreide "zeige deine Wunde" geschrieben steht. Die eigentümliche Verdoppelung aller Details trägt der Dualität von Leben und Sterben, von Individuum und Gesellschaft, von Gegenwart und Vergangenheit, von Aktualität und Geschichte Rechnung.

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