Sammlung Schack

Sammlung Schack

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© Sammlung Schack Fotografin: Julia Schambeck
Ein Einblick in die Bilder- und Geisteswelt des deutschen 19. Jahrhunderts
Die Sammlung Schack ist mit ihren umfangreichen Werkkomplexen von Moritz von Schwind, Anselm Feuerbach und Arnold Böcklin eine der wichtigsten Sammlungen zur deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Sie wurde durch Adolf Friedrich Graf von Schack begründet, der neben Ludwig I. der bedeutendste Sammler zeitgenössischer Malerei in Deutschland war. Bis zu seinem Tod im Jahr 1894 erwarb er rund zweihundert Gemälde von deutschen Künstlern und etwa achtzig Kopien nach Gemälden Alter Meister. Mit dem Tod des Grafen Schack fiel die Sammlung als Vermächtnis an den deutschen Kaiser, der 1909 das bestehende Galeriegebäude errichten ließ. 1939 ging sie in das Eigentum Bayerns über und wird seitdem durch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betreut. Wände in kräftigem Blau und Rot bilden seit der umfassenden Renovierung 2008 und 2009 den Hintergrund für die berühmten Meisterwerke der Romantik von Moritz von Schwind, Carl Rottmann, Friedrich Preller und Carl Spitzweg, Zugleich wurde ein neues Beschriftungskonzept realisiert, das die einzelnen Werke mit Erläuterungen versieht. Die Beziehungen zwischen Malerei und Literatur, zwischen dem Sammler und Dichter Graf Schack und den Künstlern wie den Bildern seiner Sammlung werden auf diese Weise verdeutlicht.

Der Besucher erhält einen Einblick in die Bilder- und Geisteswelt des deutschen 19. Jahrhunderts, die in kaum einem anderen Museum so intensiv erfahren werden kann wie in der Sammlung Schack. Im ersten Obergeschoss sind mit den bekannten Gemälden von Arnold Böcklin und Anselm Feuerbach sowie Franz von Lenbachs »Hirtenknaben« Hauptwerke der Sammlung ausgestellt. 2009 konnte der größte Saal der Galerie, der nach dem Zweiten Weltkrieg lange Jahre als Sitzungssaal der benachbarten Bayerischen Staatskanzlei gedient hat, mit der Unterstützung von privaten Mäzenen umgebaut und als »Kopiensaal« neu eingerichtet werden. Hier werden neunzehn überwiegend großformatige Kopien nach venezianischer Malerei der Renaissance gezeigt, die einen Schwerpunkt innerhalb der Sammlung bilden. Der Kopiensaal vereint Hauptwerke wie Giorgiones »Ländliches Konzert« im Louvre, Tizians Pesaro-Madonna in der Frari-Kirche und den Tempelgang Mariens in der Akademie in Venedig sowie das Bildnis Kaiser Karls V. im Prado. Zu den Malern der Kopien gehört neben August Wolf und Ernst von Liphart vor allem Franz von Lenbach, dessen Tizian-Kopien für den Grafen Schack zu den besten Gemäldekopien des 19. Jahrhunderts in Deutschland zählen.
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