13 | Nierentisch
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BESCHREIBUNG
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Nachkriegszeit veränderten sich in Deutschland nach und nach auch der Einrichtungsstil und die damit verbundenen gesellschaftlichen Gewohnheiten. Der hohe Esstisch verlor seine zentrale Rolle als Ort des Beisammenseins, niedrige Sessel und Wohnzimmertische eroberten die Einrichtungen. Die geschwungene Form der Tische verhalf diesen zu der Bezeichnung „Nierentisch“ in Anlehnung an die typische Form des entsprechenden Organs. Nierentische, Cocktailsessel, Tütenlampen oder Petticoats gelten bis heute als Synonym für den deutschen Lebensstil der 1950er Jahre, die Vorbilder des Nierentischs kamen allerdings aus Übersee.

In den USA entwarf Friedrich Kiesler – ein amerikanischer Architekt und Designer mit österreichischen Wurzeln – bereits in den 1930er Jahren organisch geformte Sitzmöbel und nierenförmige Satztische. Um 1942 entwickelte dort auch Richard Neutra Möbel mit organischer Formensprache, 1944 folgte der ikonische „Coffee Table IN-50“ von Isamu Noguchi. Die Popularität des organischen Designs für Einrichtungsgegenstände belegt in der Sammlung des MAKK der um 1950 gefertigte, US-amerikanische Nierentisch, der sich durch eine hochwertige Verarbeitung und die zweistöckige Montierung einer Glasplatte auszeichnet.

Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, Marion Mennicken
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