05 | Walter Dorwin Teague
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BESCHREIBUNG
Walter Dorwin Teague gehört in den USA zu den Industriedesignern der ersten Stunde. Er studierte zunächst Bildende Kunst und war anschließend als Werbegrafiker und Typograf tätig. 1926 gründete er in New York eine der ersten Agenturen für Industriedesign und konnte als Kunden die Eastman Kodak Company gewinnen. Aus der fruchtbaren Zusammenarbeit stammen stilprägende Entwürfe wie die „Gift Camera“. Kodak hatte Teague um einen Entwurf gebeten, um im Weihnachtsgeschäft 1930 ein erfolgreiches Produkt platzieren zu können.

Die Idee hinter der „Gift Camera“ ist genial: Der Designer gestaltete die Kamera so, dass sie mit ihren kostbar wirkenden Materialien und spiegelnden Elementen ein schickes Accessoire für die Damenwelt darstellte, den Herren der Schöpfung als Weihnachtsgeschenk aber kaum Arbeit machte, denn die passende Geschenkverpackung – ein kostbares Holzkästchen im gleichen Design wie der Apparat – wurde direkt mitgeliefert.

Walter Dorwin Teague verstand es wie kaum ein anderer, technische Innovation und klassische Proportionslehre miteinander zu verbinden. Seine harmonisch wirkenden Produkte beruhen sehr häufig auf den Gesetzmäßigkeiten des Goldenen Schnitts. Beim Entwurf des geometrischen Ornaments der „Gift Camera“ teilte er die Strecken der Breite und Länge der Box jeweils durch die Zahl Phi (1,618…), die zur Errechnung des Goldenen Schnitts notwendig ist. Genau an diesen Schnittstellen platzierte er ein kleines, allein stehendes Quadrat sowie einen Kreis in der gegenüberliegenden Bildfläche.

Foto: © Sascha Fuis Fotografie, Köln
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