01 | Gerrit Thomas Rietveld
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BESCHREIBUNG
Der „Rot-Blaue Stuhl“ von Gerrit Thomas Rietveld gehört zu den frühen Designklassikern des 20. Jahrhunderts. Der niederländische Architekt entwarf den damals noch unbemalten Armlehnstuhl bereits 1918, kurz danach lernte er Theo van Doesburg kennen, der sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls mit geometrischer Formensprache auseinandersetzte. Van Doesburg gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe „De Stijl“, einem Zusammenschluss von Künstlern, Kunsttheoretikern, Architekten und Dichtern, die sich einer neuen, abstrakt-geometrischen Gestaltung verschrieben hatten, die „Neoplastizismus“ genannt wurde.

Eines der bekanntesten Mitglieder der Gruppe war der Maler Piet Mondrian. Nachdem auch Rietveld „De Stijl“ beigetreten war, stellte er 1923 unter deren Einfluss die erste bemalte Fassung des „Rot-Blauen Stuhls“ her. Die Latten waren dabei schwarz gestrichen mit gelben Enden, die Sitzfläche blau, die Rückenlehne rot. Damit entsprach das Farbkonzept auch dem Mondrians, der in seiner Malerei ebenfalls die Grundfarben Rot, Gelb und Blau sowie Schwarz verwendete.

Die einfache Konstruktionsweise des Armlehnstuhls sollte diesen zu einem Möbel für „Jedermann“ machen. Damit war nicht nur eine angedachte Serienproduktion gemeint, sondern ein Baukastenprinzip, das die Fertigung auch für Ungeübte ermöglichen sollte. Als kostengünstiges Material verwandte Rietveld Buchenholz für die Leisten und Schichtholz für Rückenlehne und Sitzfläche.

Der „Rot-Blaue Stuhl“ wurde bereits in den 1920er Jahre zu einer Berühmtheit: Er wurde in der farbigen Fassung von 1923 direkt in der von „De Stijl“ herausgegebenen, gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht und im selben Jahr in einer Ausstellung am Weimarer Bauhaus präsentiert. Als Reedition wird die Möbellegende bis heute bei Cassina in Mailand produziert.
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