26* | Ettore Sottsass, Perry A. King
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BESCHREIBUNG
Was bei dieser Schreibmaschine mit dem Namen Valentine als erstes auffällt, ist ihre Farbe. Der Korpus ist aus quietschrotem, glänzendem Kunststoff, die Tasten und das Innenleben schwarz, nur die beiden Spulen für das Farbband haben knallorangene Deckel. Hat man die Schreibmaschine vor sich stehen wie der Dichter, der dabei ist, ein weißes Blatt einzuziehen, dann fällt die schlanke und flache Form der Valentine auf. Auf der schmalen Fläche über der Tastatur prangt in dicken ebenfalls roten Blockbuchstaben der Name "Valentine". Die Buchstabentasten darunter sind schwarz mit weißer Beschriftung. Drückt man einen der Hebel hinunter, schnellt im offen liegenden Inneren der Maschine ein dünner Arm mit einem kleinen Druckkopf aufs Papier. Zwischen Blatt und Druckkopf verläuft das Farbband, so dass der Buchstabe auf dem Papier sichtbar wird. Das Farbband ist hier schwarz und rot, durch eine Taste kann eingestellt werden, welche Farbe die Schrift haben soll.
Nach getaner Arbeit kann der Schreibende seine Valentine in ein tragbares Gehäuse schieben – mit der Tastatur voran. Damit die Tasten der Maschine in der Hülle keinen Schaden nehmen, werden sie durch einen Bügel geschützt. Die Hülle ist ebenfalls rot und aus mattem, weniger harten Kunststoff. Sie ist nur so breit und lang, dass die flache Schreibmaschine gerade hineinpasst. Die Rückseite der Maschine ist gleichzeitig der Deckel der Hülle, der mit zwei schwarzen Schnallen verschlossen wird. Hier ist auch der schwenkbarer Tragegriff angebracht, nun kann die Maschine senkrecht getragen und auf dem Boden abgestellt werden wie ein schmaler, roter, nach unten sich leicht verjüngender Aktenkoffer.
Die Reiseschreibmaschine „Valentine“ des italienischen Büromaschinenherstellers Olivetti ist eine wahre Ikone der Pop-Kultur. Ihr Design verabschiedete sich komplett von der bis dahin üblichen eher trockenen Ästhetik von Büromaschinen und machte gleichzeitig das mobile Arbeiten möglich. Der Name „Valentine“ suggeriert zudem einen menschlichen Charakter. Als die „Valentine“ 1969 auf den Markt kam, begleitete Olivetti den Verkaufsstart mit einer eindrucksvollen Werbekampagne: Es handelte sich um eine Plakatserie aus ABS-Kunststoff, in dem die Schreibmaschine ein leichtes Relief bildete.
Entworfen wurde die „Valentine“ von Ettore Sottsass und Perry A. King. Sottsass gehört zu den innovativsten Designern des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete neben Olivetti für Hersteller wie Poltronova, bd Barcelona oder auch Alessi. Spätestens mit der Gründung der „Anti-Design“-Gruppe Memphis 1981 wurde Sottsass zur Legende. Der britische Designer Perry A. King ging 1964 nach Italien und wurde dort als Berater für Olivetti tätig. 1976 gründete er in Mailand mit dem Spanier Santiago Miranda ein eigenes Studio. Die beiden sind seither international sehr erfolgreich tätig.
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