25* | Peter Ghyczy
AUDIO
BESCHREIBUNG
Wie ein riesiges, auf dem Boden liegendes Smartie sieht dieser Sessel im zusammengeklappten Zustand aus. Eine leicht wulstige Naht läuft einmal um diese Linse herum. Der Sessel besteht auf Polyurethan, einem Kunststoff, die Oberfläche ist mit glänzendem Lack überzogen. Die obere Hälfte der Linse hat einen Deckel, den man über eine Vertiefung an der Vorderseite nach hinten klappen kann. So entsteht ein Sessel mit hoher Lehne, die sich hinter oder über dem Kopf – ja nach Größe des Sitzenden - leicht nach vorne oben wölbt. Ausgepolstert sind Sitzfläche und Lehne in einem Stück mit schwarz bezogenem Schaumstoff. Er fügt sich genau in die Rundungen der beiden Hälften ein und ist im Knick durch eine schmalere Taille verbunden.
Beim „Gartenei“ handelt es sich um ein innovatives Sitzmöbel für den Innen- und Außenbereich. Es lässt sich zum Sitzen leicht öffnen, ist aber im zusammengeklappten Zustand völlig wetter- und witterungsbeständig. Die glatte Kunststoffoberfläche lässt Wasser abperlen, eine Fuge unterhalb der Naht zwischen Ober- und Sitzschale sorgt – wie eine Regenrinne - dafür, dass sich auch dort kein Wasser sammeln kann, sondern sofort über die Grifföffnung an der Vorderseite abgeleitet wird. Die weiche Polsterung bleibt so immer schön trocken.
Die Idee zum originellen Möbel hatte der gebürtige Ungar Peter Ghyczy. Schon während seines Architekturstudiums in Aachen arbeitete er insbesondere mit Kunststoffen und bekam 1968 vom Kunststoff-Hersteller Elastogran/Reuter in Lemförde den Auftrag, für den damals noch recht neuen Kunststoff Polyurethan Möbel zu entwerfen. Unter den so entstandenen Prototypen war auch das Dragee-förmige Sitzei. In Serie ging es allerdings nicht in Lemförde, sondern im VEB Synthesewerk Schwarzheide bei Senftenberg, da dort die Produktionskosten niedriger waren. Das „Gartenei“ kam also in Ostdeutschland auf den Markt, wurde aber wegen der dort fehlenden Kaufkraft hauptsächlich in Westdeutschland abgesetzt.
Seit 1998 stellt Ghyczy, der mittlerweile in den Niederlanden sein eigenes Möbelunternehmen gegründet hatte, das „Gartenei“ unter eigenem Label wieder her.

Foto: © Sascha Fuis Fotografie, Köln
FOTOS
Digital Guide
Spannende Details und virtuelle Touren
Jetzt in der neuen FRESH MUSEUM app
Kostenlos für iPhone und Android
Cron Job Starts
Cron Job Starts Cron Job Starts