19* | Hans Gugelot, Dieter Rams
AUDIO
BESCHREIBUNG
Das Design des „Phonosuper SK 5“ gehört zu den großen Entwürfen des 20. Jahrhunderts. Die Radio- und Phonokombination kam 1956 als „SK 4“ auf den Markt und muss damals gewirkt haben wie von einem anderen Stern: Zu dieser Zeit wurden technische Geräte wie Radios oder Plattenspieler in furnierte Holzgehäuse verbaut oder als Möbel in üppigen Musiktruhen versteckt.
Der "SK 5" ist dagegen ein - mindestens optisches – Leichtgewicht. Den Korpus bildet ein u-förmig von oben nach unten abgebogenes, weißes Blech mit hellen, hölzernen Wangen links und rechts. Die dem Betrachter zugewandte Seite ist mit schmalen Rillen versehen, hinter denen sich die Lautsprecher verbergen. In die Oberseite des Blechs ist der Plattenspieler eingelassen, er ist hellgrau und der weiße Plattenteller trägt fünf schwarze längliche Gumminoppen an seinen Rändern, die wie Ziffern auf einer Uhr wirken. Auch sämtliche Bedienelemente befinden sich auf dieser Oberseite: Vier runde Drehknöpfe für die Audioeinstellungen, fünf rechteckige Drückschalter für die Bedienung des Radios. Unter einer Aussparung im Blech ist die Anzeige eingelassen und von einer Glasscheibe geschützt.
Die Abdeckung bildet ein aufklappbarer Acrylglasdeckel mit ebenfalls hölzernen Abschlüssen rechts und links. Diese Abdeckung ist in zwei Stufen vollständig oder halb geöffnet arretierbar.
Dieses einfache wie geniale Konzept verdankt die Firma Braun gleich mehreren Designern: der Plattenspieler basiert auf einem Entwurf von Wilhelm Wagenfeld, für die grafisch organisierte Skala sorgte Otl Aicher, Hans Gugelot verdankt die Musikanlage ihre generelle Form und der Acrylglasdeckel geht auf Dieter Rams zurück. Die Acrylabdeckung sorgte auch für den scherzhaften Spitznamen des SK 4: „Schneewittchensarg“. Zugleich stellte sie aber auch eine absolute Innovation dar, die für die nachfolgenden Plattenspielergenerationen zum Standard wurde.
Der ursprüngliche „Phonosuper SK 4“ repräsentiert bis heute die Abkehr vom Tonmöbel hin zur modernen Gestaltung von Elektrogeräten. Auch das Apple-Design-Team unter der Leitung von Jonathan Ive bezog sich 2001 mit seinem ersten iPod auf den ikonischen „SK 4“. Dieser „Phonosuper SK 5“, der 1958 seinen Vorgänger ablöste, ist eine technische Weiterentwicklung bei gleichbleibendem Design: Der „SK 5“ hat nun fünf Drucktasten anstelle von vier, drei Drehregler anstelle von zwei und der Plattenteller weist fünf Auflagestreifen statt drei auf.

Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, Marion Mennicken
FOTOS
Digital Guide
Spannende Details und virtuelle Touren
Jetzt in der neuen FRESH MUSEUM app
Kostenlos für iPhone und Android
Cron Job Starts
Cron Job Starts Cron Job Starts