18* | Gio Ponti
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BESCHREIBUNG
Der Italiener Gio Ponti gehört zu den wichtigsten und schillerndsten Persönlichkeiten der Kunst- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Er entwarf einen Kaffeelöffel mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie ein Hochhaus, publizierte und lehrte zu Fragen der Architektur und des Designs. Sein wichtigstes Werk hält einen einsamen Rekord: Der „Superleggera“ war über 50 Jahre lang der leichteste Stuhl der Welt.
Der Stuhl heißt nicht nur "Superleggera", er sieht auch so aus. Leicht, filigran. Die Rückenlehne, Beine und Querstreben sind aus schwarz lackiertem Holz. Die Beine des Stuhls haben einen dreieckigen, sich verjüngenden Querschnitt, so dass möglichst wenig Material zum Einsatz kommt. Die Verlängerung der hinteren Beine hält die Rückenlehne aus zwei quer verlaufenden, schmalen flachen Hölzern. Auch die Zargen zur Stabilisierung der vier Beine – je eine vorne und hinten, je zwei rechts und links – sind flach. Der obere Teil der Lehne ist leicht nach hinten geneigt. Die trapezförmige Sitzfläche des Stuhles ist mit einem sehr feinen Geflecht aus Urwaldlianen bespannt.
Die Idee des Stuhls basiert auf einem traditionellen Sprossenstuhl, dem „Campanino“, der Anfang des 19. Jahrhunderts von Gaetano Descalzi entwickelt wurde und der heute noch in zwei Manufakturen im italienischen Chiavari in der Nähe von Genua hergestellt wird. Gio Ponti übernahm das Sprossensystem mit den Verstrebungen zwischen den Beinen sowie in der Rückenlehne, verwendete jedoch ausschließlich sehr leichtes Eschenholz. Der fertige Stuhl wiegt tatsächlich ganze 1,7 kg. Die Stabilität wurde vom Hersteller Cassina in Meda direkt nach Fertigstellung überprüft: Mehrere „Superleggera“ wurden vom Dach des Firmenhochhauses geworfen – und überstanden dies ohne größere Spuren.

Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, Marion Mennicken
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