12* | Raymond Loewy
AUDIO
BESCHREIBUNG
Dieser Fernseher von Raymond Loewy hat nichts mit den heute gängigen und auch fast nichts mit den Fernsehern von gestern gemeinsam. Seine querrechteckige Form erinnert eher an einen massiven, älteren Radioapparat. Der ganze Kasten ist ungefähr 30cm hoch, 50cm breit und 45 cm tief. Die obere Hälfte der Front, die von einem schwarzen Rand umfasst ist, bildet die Abdeckung des Lautsprechers aus feinem, silberfarbenen Lochmetall. Die untere Hälfte ist aus schwarzem Kunststoff, darauf befinden sich zwei Reihen von Knöpfen: Drei größere Drehregler und darunter 14 kleine Druck-Knöpfe für die Programmauswahl. Auch die Knöpfe sind schwarz mit flach kegelförmigen Vertiefungen in der Mitte. Unterbrochen wird diese silberschwarze Front durch den rund eingefassten Bildschirm. Diese Rundung, mit einer flachen, schwarz umrahmten Glasfläche abgeschlossen, befindet sich im linken Drittel des Kastens, Hinter dem Glas sitzt die rechteckige, gewölbte Röhre in der typischen gelblich weißen Farbe alter Bildschirme. Unter dem Bildschirm befinden sich zwei weitere Drehknöpfe.
Die Oberseite des Kastens ist vollständig mit demselben feinen Lochmetall bedeckt wie der Lautsprecher, diese Verkleidung zieht sich rechts und links noch bis zu einem Drittel der sonst schwarzen Seitenwände hinunter.
Obwohl die Fernsehtechnik grundsätzlich bereits in den 1920er Jahren bekannt war und während der 1930er weiterentwickelt wurde, gab es in den USA bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nur ein paar hundert Geräte. Das Massenmedium der damaligen Zeit war noch das Radio. Spätestens aber ab 1946 – mit gleichzeitiger Zunahme der TV-Sender – stiegen die Produktionszahlen sprunghaft an, aus den wenigen hundert wurden bis 1947 bereits 44.000 Fernsehgeräte in den Vereinigten Staaten. Diese wurden zumeist von Radioherstellern mit ins Programm genommen – so auch das Modell T-54 der Firma „The Hallicrafters“. Für diese hatte der bedeutende französisch-amerikanische Designer Raymond Loewy auch ein Radio entworfen, das „Hallicrafters SX-42“ mit einem grauen Metallgehäuse mit abgerundeten Ecken. Dieser Entwurf wurde dann direkt auch durch Loewy für den Fernseher angepasst.
Gemäß seinem Wahlspruch „Hässlichkeit verkauft sich schlecht“ unterzog Raymond Loewy jeden noch so bedeutenden oder unbedeutenden Gegenstand seiner Gestaltung – von der Zahnpastatube bis zur Inneneinrichtung eines Raumschiffs. Bis heute legendär sind die von ihm gestalteten Logos, wie das des Lebensmittelkonzerns SPAR, das der Zigarettenmarke Lucky Strike oder das Shell-Tankstellen-Logo in Form einer Muschel.

Foto: © Sascha Fuis Fotografie, Köln
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