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BESCHREIBUNG
Tomlinson Court Park I, 1959
Mattschwarze Lackfarbe auf Leinwand
220 x 280 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Frank Stellas umfangreiche Serie der Black Paintings (1958–1960) gleicht einer angriffslustigen Kampfansage gegen die im Nachkriegs-Amerika vorherrschende Stilrichtung des Abstrakten Expressionismus. Die gestische Malerei der älteren Generation, die auf den Automatismus der europäischen Surrealisten zurückgreift – mit dem Ziel, das kollektive Unbewusste zu erschließen und damit eine universelle Sprache zu erzeugen – wird bei Stella durch eine rationale, auf Geometrie und mathematischen Gesetzmäßigkeiten basierende Formgebung ersetzt. Statt „Drip“ und „Action Painting“ wie bei Jackson Pollock und Willem de Kooning wird die Farbe nun penibel mit Hilfe von Linealen und Klebeband aufgetragen. Der Kopf ersetzt den Körper.
Zehn Jahre nach Tomlinson Court Park I entsteht Basra Gate III (1969) ein halbrundes Gemälde, das sich ebenfalls in der Sammlung des Museum Folkwang befindet. Beide Werke sind gänzlich unterschiedlich – und gleichzeitig eng miteinander verwandt. Während der Titel des schwarzen Bildes sich auf einen verwahrlosten Siedlungskomplex in Brooklyn, New York bezieht, nimmt Stella mit dem bunten, halbrunden Gemälde Bezug auf ein historisches Stadttor in der irakischen Hauptstadt Bagdad, dem er auf einer ausgedehnten Reise in den Nahen Osten begegnet war.
In beiden Fällen spielt die Titelgebung zwar eine untergeordnete Rolle, dennoch lassen sich inhaltliche Assoziationen leicht herstellen – beispielsweise die Aussichtslosigkeit der vorwiegend schwarzen Bevölkerung in den Ghettos von Brooklyn und der kreisförmige Grundriss der Altstadt Bagdads. Doch viel wichtiger und für die Kunstgeschichte bahnbrechend ist die konsequente Fortsetzung der formalen Konzeption der Black Paintings in die neue Protractor- (Winkelmesser-) Serie aus den Jahren 1967–70. In beiden Serien folgt die Komposition der Form der Leinwand, die somit selbst thematisiert und zum Objekt wird.
Mattschwarze Lackfarbe auf Leinwand
220 x 280 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Frank Stellas umfangreiche Serie der Black Paintings (1958–1960) gleicht einer angriffslustigen Kampfansage gegen die im Nachkriegs-Amerika vorherrschende Stilrichtung des Abstrakten Expressionismus. Die gestische Malerei der älteren Generation, die auf den Automatismus der europäischen Surrealisten zurückgreift – mit dem Ziel, das kollektive Unbewusste zu erschließen und damit eine universelle Sprache zu erzeugen – wird bei Stella durch eine rationale, auf Geometrie und mathematischen Gesetzmäßigkeiten basierende Formgebung ersetzt. Statt „Drip“ und „Action Painting“ wie bei Jackson Pollock und Willem de Kooning wird die Farbe nun penibel mit Hilfe von Linealen und Klebeband aufgetragen. Der Kopf ersetzt den Körper.
Zehn Jahre nach Tomlinson Court Park I entsteht Basra Gate III (1969) ein halbrundes Gemälde, das sich ebenfalls in der Sammlung des Museum Folkwang befindet. Beide Werke sind gänzlich unterschiedlich – und gleichzeitig eng miteinander verwandt. Während der Titel des schwarzen Bildes sich auf einen verwahrlosten Siedlungskomplex in Brooklyn, New York bezieht, nimmt Stella mit dem bunten, halbrunden Gemälde Bezug auf ein historisches Stadttor in der irakischen Hauptstadt Bagdad, dem er auf einer ausgedehnten Reise in den Nahen Osten begegnet war.
In beiden Fällen spielt die Titelgebung zwar eine untergeordnete Rolle, dennoch lassen sich inhaltliche Assoziationen leicht herstellen – beispielsweise die Aussichtslosigkeit der vorwiegend schwarzen Bevölkerung in den Ghettos von Brooklyn und der kreisförmige Grundriss der Altstadt Bagdads. Doch viel wichtiger und für die Kunstgeschichte bahnbrechend ist die konsequente Fortsetzung der formalen Konzeption der Black Paintings in die neue Protractor- (Winkelmesser-) Serie aus den Jahren 1967–70. In beiden Serien folgt die Komposition der Form der Leinwand, die somit selbst thematisiert und zum Objekt wird.
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