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BESCHREIBUNG
La fontaine aux agenouillés, 1905 - 1906
Brunnen mit knienden Knaben
Marmor
H 168,3 cm, Ø 160 cm
1891 ging George Minne nach Paris, in der Hoffnung, Schüler von Auguste Rodin zu werden. Zu seiner großen Enttäuschung wurde er allerdings abgewiesen – was aus heutiger Sicht gar nicht wundert. Obwohl man beide Bildhauer als Brücken zwischen Tradition und Moderne sehen kann, gibt es viel mehr, was beide Künstler trennt, als sie verbindet.
Auguste Rodins Ehernes Zeitalter (1880) ist so realistisch dargestellt, dass der Bildhauer von seinen Zeitgenossen beschuldigt wurde, einen Abguss von einem lebenden Modell gemacht zu haben. Dagegen wirken Minnes fünf Jünglinge in ihrem Ausdruck übersteigert. Und wo Rodins Jüngling das Hochkommen einer neuen Ära symbolisiert, reflektiert Minnes Brunnen eher das Ende eines ereignisreichen Jahrhunderts, dem man nun nachtrauert.
Somit ist Minne eng verbunden mit der Grundstimmung des Fin de Siècle, die vor allem in Wien durch die Arbeiten von Gustav Klimt und Egon Schiele zum Ausdruck kommt. Beide Künstler waren sehr beeindruckt von einer früheren Version des Brunnens, die Minne 1900 in der Wiener Secession ausgestellt hatte. Mit beiden Österreichern teilt der aus Belgien stammende Minne eine Vorliebe für Pathos.
Und so schreibt der belgische Kunsthistoriker Leo van Puyvelde im Sinne dieser fast überbordenden und gleichzeitig zurückhaltenden Ausdrucksfülle: „In einer Bewegung der Hingabe haben sie sich auf die Knie geworfen und lauschen der Stimme ihres wallenden Blutes, dem Strudel der aufsteigenden Leidenschaften, denen sie nicht entrinnen werden, und in ihrer Angst vor dem Leben haben sie die Arme über die Brust geworfen; eine Geste, die das, was es an Reinerem in ihren Inneren gibt, schützen soll vor der Tragödie des Lebens, die sie erahnen, und vor der sie sich zu schwach fühlen.“
Brunnen mit knienden Knaben
Marmor
H 168,3 cm, Ø 160 cm
1891 ging George Minne nach Paris, in der Hoffnung, Schüler von Auguste Rodin zu werden. Zu seiner großen Enttäuschung wurde er allerdings abgewiesen – was aus heutiger Sicht gar nicht wundert. Obwohl man beide Bildhauer als Brücken zwischen Tradition und Moderne sehen kann, gibt es viel mehr, was beide Künstler trennt, als sie verbindet.
Auguste Rodins Ehernes Zeitalter (1880) ist so realistisch dargestellt, dass der Bildhauer von seinen Zeitgenossen beschuldigt wurde, einen Abguss von einem lebenden Modell gemacht zu haben. Dagegen wirken Minnes fünf Jünglinge in ihrem Ausdruck übersteigert. Und wo Rodins Jüngling das Hochkommen einer neuen Ära symbolisiert, reflektiert Minnes Brunnen eher das Ende eines ereignisreichen Jahrhunderts, dem man nun nachtrauert.
Somit ist Minne eng verbunden mit der Grundstimmung des Fin de Siècle, die vor allem in Wien durch die Arbeiten von Gustav Klimt und Egon Schiele zum Ausdruck kommt. Beide Künstler waren sehr beeindruckt von einer früheren Version des Brunnens, die Minne 1900 in der Wiener Secession ausgestellt hatte. Mit beiden Österreichern teilt der aus Belgien stammende Minne eine Vorliebe für Pathos.
Und so schreibt der belgische Kunsthistoriker Leo van Puyvelde im Sinne dieser fast überbordenden und gleichzeitig zurückhaltenden Ausdrucksfülle: „In einer Bewegung der Hingabe haben sie sich auf die Knie geworfen und lauschen der Stimme ihres wallenden Blutes, dem Strudel der aufsteigenden Leidenschaften, denen sie nicht entrinnen werden, und in ihrer Angst vor dem Leben haben sie die Arme über die Brust geworfen; eine Geste, die das, was es an Reinerem in ihren Inneren gibt, schützen soll vor der Tragödie des Lebens, die sie erahnen, und vor der sie sich zu schwach fühlen.“
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